Earth Observation

Weltraumtourismus - Zukunft und Gegenwart

Der große Traum, ein Astronaut zu werden, ist sicherlich für viele nachzuvollziehen. Leider wird mit dem Erwachsenwerden klar, dass dieser Traum für die allermeisten Menschen nicht zu erreichen ist. Nur wenige kommen in den Genuss, die Erde aus dem Weltraum zu betrachten und das befreiende Gefühl der Schwerelosigkeit zu genießen.

Abseits des Berufswunsches Astronaut gibt es jedoch neue Möglichkeiten, eine Reise in den Weltraum zu unternehmen. Auch wenn die Kosten noch astronomisch hoch sind, gibt es bereits einige Anbieter. Von Flügen bis an die Grenze des Weltraums, über einen Besuch der ISS, bis hin zur Übernachtung im Weltraumhotel. Während Letzteres zwar noch Zukunftsmusik ist, gab es bereits mehrere Besucher im Weltraum und auf der ISS.

Gibt es Weltraumtourismus bereits?

Weltraumtourismus ist bereits Realität. Über die Firma Space Adventures konnten bisher sieben Menschen das Abenteuer Weltraumfahrt erleben. Die vermittelten Flüge werden von der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos ausgeführt. Dabei kommen die Sojus-Raumschiffe zum Einsatz. Alle bisherigen Weltraumtouristen waren auch auf der ISS zu Gast und konnten ein bis zwei Wochen mit den Astronauten auf der Raumstation verbringen. Die Flüge fanden im Zeitraum zwischen 2001 und 2009 statt. Für 2021 und 2022 sind weitere Flüge geplant.

Wer waren die ersten Weltraumtouristen?

Den Anfang machte 2001 der US-amerikanische Unternehmer Dennis Tito. 20 Millionen US-Dollar soll der etwas mehr als siebentägige Ausflug gekostet haben. Ursprünglich sollte es zur russischen Raumstation Mir gehen, welche vor Antritt des Fluges jedoch außer Betrieb genommen wurde. Zum Zeitpunkt seines Weltraumausfluges war die ISS noch im Bau, weshalb es vor dem Start erhebliche Sicherheitsbedenken gab. Erst zwei Wochen vor dem geplanten Abreisedatum erhielt Tito die Erlaubnis der NASA. Sein Besuch auf der ISS war streng reguliert, und so konnte er sich zwar frei im russischen Teil der Station bewegen, musste im amerikanischen Teil jedoch immer von einem Astronauten eskortiert werden.

Als erste Weltraumtouristin folgte Anousheh Ansari, eine US-amerikanisch-iranische Multimillionärin, die 2006 mit einem Sojus-Raumschiff zur Internationalen Raumstation (ISS) flog.

Der beachtliche Preis für einen solchen Trip spiegelt sich auch in der Auswahl der folgenden Besucher wider. Eine kleiner Kreis aus Multimillionären folgte nach und nach auf die Raumstation. Mark Shuttleworth, Gregory Olson, Charles Simonyi, Richard Garriott und Guy Laliberté verbrachten jeweils zwischen 9 und 13 Tagen im Weltraum.

Anbieter für Weltraumtourismus

Space Adventures

Der Weltraumtourismus ist in den Händen weniger Unternehmen. Lediglich die Firma Space Adventures hat bisher Menschen in den Weltraum befördert. Die durchführende Raumfahrtagentur war bisher immer die russische Raumfahrtagentur Roskosmos.

SpaceX

SpaceX ist ebenfalls nah dran am Weltraumtourismus. Nachdem das Raumfahrtunternehmen des Innovationstreibers Elon Musk im Mai 2020 erstmals bemannte Raumflüge für die NASA zur ISS durchführte, sollen bald Weltraumtouristen ins All befördert werden. Dafür wurde man neuer Kooperationspartner für Space Adventures. Die Weltraumtouristen sollen mit der Raumkapsel "Crew Dragon" von SpaceX fliegen.

Virgin Galactic

Auf dem Markt gib es weitere Anbieter, welche große Ambitionen im Bereich des Weltraumtourismus haben. Allen voran die Firma Virgin Galactic des britischen Unternehmers Richard Branson. Bereits ab 2008 sollten regelmäßige Flüge ins Weltall durchgeführt werden, was allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Der weitaus geringere Preis von 200.000 US-Dollar gibt jedoch deutlich mehr Menschen die Hoffnung, sich diesen Traum zu erfüllen.

Blue Origins

Blue Origins, hinter dem Jeff Bazos von Amazon steckt, arbeitet ebenfalls an der Durchführung von kommerziellen Weltraumflügen. Die eigens entwickelten Raketen sollen die Gäste für kurze Zeit auf eine Höhe von 100 Kilometern bringen.

Axiom Space

Axiom Space möchte ebenfalls Touristen auf die ISS bringen und plant eigene Module. Entsprechende Verträge wurden bereits mit der NASA geschlossen, und das Unternehmen plant für 2022 die ersten kommerziellen Flüge.

Welche Pläne und Anbieter gibt es für Weltraumhotels?

Auch das Thema Weltraumhotel wird von einigen Anbietern verfolgt. Bigelow Aerospace möchte mit dem eigenen ISS-Modul BEAM eine kommerzielle Unterkunft im Weltraum anbieten. Mit einem Preis von 52 Millionen US-Dollar bleibt diese Reise jedoch nur wenigen Kunden vorbehalten.

Wie läuft eine Reise in den Weltraum als Weltraumtourist ab und was kostet sie?

Um als Tourist in den Weltraum zu fliegen, wird zuallererst eine große Summe für das Ticket fällig. Bisherige Touristen zahlten rund 20 Millionen US-Dollar für dieses Privileg. Doch Geld allein reicht nicht aus, denn es gibt nach wie vor nur sehr selten die Möglichkeit für einen Trip in den Weltraum. Da die Touristen auf die wenigen Plätze angewiesen sind, gibt es nur geringe Chancen, eine solche Reise antreten zu können.

Körperliche Fitness ist ein weiteres Kriterium, da die Reise mit hohen Anstrengungen verbunden ist. Alle bisherigen Touristen mussten das Astronautentraining absolvieren und monatelange Vorbereitungen durchlaufen. Natürlich ist die Reise auch mit vielen Risiken verbunden, selbst, wenn alle nötigen Vorkehrungen getroffen werden.

Was haben die künftigen Weltraumtouristen zu beachten?

Auf absehbare Zeit ist nicht mit günstigeren Flügen in den Weltraum zu rechnen. Für 2021 und 2022 sind weitere Flüge zur ISS geplant, allerdings gibt es hierzu noch wenige Informationen. Weniger kostenintensiv sind die potenziellen Flüge von Virgin Galactic, welche jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben wurden. Flüge in den niedrigen Erdorbit sind ebenfalls geplant und erfordern eine weniger intensive Vorbereitung.

Weltraumtourismus und Umweltschutz

Auch beim Weltraumtourismus ist Umweltschutz ein Thema, denn um den Weltraum zu erreichen, müssen enorme Mengen an Treibstoff verbrannt werden. Moderne Raketensysteme wie die SpaceX Falcon 9 sind zwar deutlich effizienter als die frühere Saturn V, verbrennen jedoch nach wie vor etwa so viel Treibstoff wie eine Boeing 777 auf einem Transatlantik-Flug. Dabei transportiert eine Boeing jedoch deutlich mehr Personen. Da das Flugaufkommen mit etwa zwei Flügen pro Woche jedoch sehr gering ist, fällt dies im Vergleich nicht sehr stark ins Gewicht. Auf lange Sicht muss der Faktor Umweltschutz jedoch auch in der Raumfahrt eine größere Rolle spielen, sollte sich das Volumen in Zukunft steigern.

Zukünftige Innovationen des Weltraumtourismus

Damit der Weltraumtourismus für mehr Menschen erschwinglich wird, muss eine wiederverwendbare Transportmöglichkeit verwendet werden. Die Falcon-Raketen von SpaceX sowie die Raumkapsel Crew Dragon sind hierfür wegweisend. Weitere Forschungsprojekte von Blue Origin, Boeing und Virgin Galactic machen ebenfalls Hoffnung auf günstigeren Weltraumtourismus. Was die Zukunft bringen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Das Thema Weltraumtourismus bleibt spannend.

Eine Chance für Normalverdiener: Earthobservatory

Bei Fragen zur Webseite können Sie uns unter folgenden Kontaktdaten erreichen:

Image by Ondřej Šponiar from Pixabay